Herzlich Willkommen!
Diese Seite widmet sich meiner Masterarbeit im Rahmen des Studiengangs “Digital Humanities” an der Universität Leipzig. Dafür wurden die Inhalte bzw. Formulierungen für die Web-Präsentation zum Teil angepasst und in der Retrospektive neu formuliert. Dies betrifft insbesondere die Teile zur Diskussion, sowie Fazit und Ausblick.
Viel Spaß beim Erkunden und Lesen!

Info
Die Arbeit wurde am 26.06.2025 eingereicht und bestanden. Damit habe ich mein Studium an der Universität Leipzig insgesamt erfolgreich abgeschlossen mit einer Gesamtnote von 1,7 und dem akademischen Grad Master of Science (M.S.c) in Digital Humanities.
Inside the High Voltage SID Collection: An Exploratory Stylometric Analysis of Commodore 64-Based Chiptune Music
dt. “Die High Voltage SID Collection unter der Lupe: Eine explorative stilometrische Analyse von C64 Chiptune-Musik”
Die High Voltage SID Collection (HVSC), das umfangreichste Archiv für Commodore-64-Chiptune-Musik, stand im Zentrum meiner Masterarbeit im Studiengang Digital Humanities. Ziel war es, dieses einzigartige digitale Musikarchiv für die computergestützte, stilometrische Analyse zugänglich zu machen und damit einen neuen Zugang zu den musikalischen Stilmerkmalen und Kompositionspraktiken der C64-Ära zu eröffnen.
Die Arbeit positioniert sich im aufkommenden Forschungsfeld der Ludomusicology und leistet einen Beitrag zur digitalen Musikwissenschaft sowie zur Erforschung der Geschichte der Videospielmusik. Sie zeigt das Potenzial quantitativer Methoden für die Chiptune-Forschung auf und benennt konkrete Anschlussfragen für künftige Studien.
Kernstück der Arbeit ist ein vollständig entwickelter Konvertierungsworkflow, der native SID-Dateien in das standardisierte MIDI-Format überführt und damit eine Analyse auf symbolischer Ebene überhaupt erst ermöglicht. Dafür wurde eine eigens erweiterte Version der Python-Bibliothek desidulate implementiert. Die damit verbundenen Herausforderungen und Grenzen, insbesondere der unvermeidliche Verlust SID-spezifischer Klangeigenschaften bei der Konvertierung, werden ausführlich und kritisch reflektiert.
Darauf aufbauend wurde ein Feature-Engineering-Konzept erarbeitet, das sowohl etablierte musikalische Parameter wie Tonhöhenverteilung und Rhythmus als auch SID-spezifische Techniken wie Arpeggios und Rauschkanalnutzung in quantifizierbare Merkmale übersetzt. Für die stilometrische Analyse wurden zudem konkrete Teilkorpora der HVSC definiert und aufbereitet, darunter Werke ausgewählter Komponisten sowie Beiträge zu einer spezifischen Competition.
Auf dieser Grundlage wurde eine detaillierte Methodik für die stilometrische Analyse ausgearbeitet mit dem Ziel, stilistische Unterschiede zwischen Komponisten sichtbar zu machen und neue Einblicke in die Kompositionspraktiken der C64-Ära zu gewinnen.
Die technische Grundlagenarbeit (Konvertierungspipeline, Korpusdefinition und Feature-Konzeption) wurde im Rahmen der Masterarbeit umgesetzt. Die konkrete Durchführung der stilometrischen Analyse liegt als methodisch fundierter, im Detail ausgearbeiteter Fahrplan vor und markiert damit den nächsten, klar umrissenen Schritt für die weitere Forschung in diesem Bereich.
Dieses Projekt soll nun im Rahmen einer Dissertation weitergeführt werden und dafür wird die passende Betreuung bzw. Forschungsgruppe gesucht.
Statt eines klassischen Aufrufs zur Einreichung von Beiträgen richtet sich mein „Call for Supervision“ gezielt an Forschungsgruppen im Bereich Computational Musicology und Ludomusicology, die Interesse an einer Betreuung dieses Vorhabens haben, das über eine bereits ausgearbeitete Methodik, definierte Korpora und einen funktionierenden Konvertierungsworkflow verfügt. Details zum Projektstand und den gesuchten Anforderungen finden sich hier: